Mittwoch, 9. Mai 2012

Space

Das Wichtigste. Natürlich. Ist meistens das Unangenehmste. Und auch wenn diese Aufgaben nicht extrem lange dauern, erfordern sie oft viel Aufmerksamkeit und schlauchen auf irgendeine Art und Weise. Meine drei Hauptaufgaben sind für heute erledigt, dennoch habe ich mich gestern vor der Psychologiearbeit gedrückt, wer hätte das gedacht. Sehr unangenehm, ein Rückschlag. Ich stelle mir vor, ich sitze als Captain in einem Raumschiff, alle gehen ihrer Arbeit nach, doch da ist einer/eine, der mir immer wieder entwischt, den ich nie zu fassen bekomme. Ich kenne nicht mal seinen/ihren Namen und weiß auch nicht genau wie er/sie aussieht. So fühlt sich das an, wenn man feststellt, dass es wieder soweit ist: die Kontrolle ist entglitten. Und so gern ich schlafen möchte, es geht nicht. Aber ich will mich nicht beklagen, ich habe es ja nicht anders gewollt. Es gibt kein zurück auf der Reise durch diesen Orbit und trotz aller vergangenen und kommenden Rückschläge muss es einfach weitergehen. Ob mit oder ohne kitschiger Metapher.

Foto: Gängeviertel 11/2011 kleine Roboter

Dienstag, 8. Mai 2012

Produktion




Gestern war einer der anstrengendsten Tage dieser Woche, wenn nicht dieses Monats! Aber dafür ist CD-Cover fertig und damit meine erste CD auf dem Markt (die Veröffentlichungen von meinem ehemaligen Klavierlehrer lasse ich einfach mal unter den Tisch fallen). Sonntag Nacht habe ich die restlichen Linolblöcke geschnitten (es ist kein Linol, so ein komischen grellgrünes Plastikwabbelding) und Montag früh mit dem Druck angefangen. Es hat ewig gedauert und ich musste sogar ein Treffen mit einer Freundin absagen, sogar bei meinem Job habe ich nebenbei noch ein paar Inlays gefaltet, im Gehen! Aber jetzt sind 30 Cover fertig und ich kann durchatmen. Leider wurden gestern Abend keine verkauft, was schade ist, aber ich denke, dass sich das bestimmt bald ändern wird, sobald wir unser Publikum finden. 
Es ist wirklich nicht einfach, so ein relativ umfassendes Projekt neben dem Studium zu verfolgen, ohne selbiges in Gefahr zu bringen. Hinzu kommt, dass vieles erst gelernt werden muss und der Weg steinig und voller Rückschläge ist. Aber ich kann so viel daraus ziehen, dass es mir die Motivation für all die Dinge gibt, die nicht so gerne mache. Es macht mich einfach glücklich, die Konzerte, die Proben; zu sehen, dass man mit den wenigen Mitteln, die man hat, trotzdem etwas auf die Beine stellen kann. Meine Entscheidung, Lehrer zu werden, begründet sich zu einem großen Teil darin, künstlerisch eine gewissen Spielraum zu haben. Manche würden sagen, das höre sich so an, als finde man sich damit ab, nicht 'berühmt' zu werden, aber im Grunde ist das auch so. Warum nicht Ziele haben, die einem wirklich etwas bringen? Mein wichtigstes Ziel ist es, glücklich zu bleiben und dazu gehört, dass ich weiter produzieren kann, so gut oder schlecht, wie es mir gerade möglich ist. Natürlich ist es verlockend, mit Kunst viel Geld zu verdienen und das sogar schon während des Studiums, eine andere Form der Absicherung, wenn nicht die Form überhaupt. Das ist möglich und wer sich darauf konzentriert, kann es schaffen. Warum nicht du? Es gibt keinen Grund, negativ über Geld zu denken.
In meinem Zimmer türmt sich das Geschirr und ich bin froh, dass eine Sache erledigt ist,  ich aufräumen und weiter an meiner Psychologie-Arbeit schreiben kann. Es ist noch so viel zu tun. 

Sonntag, 6. Mai 2012

Beratung


Für meine Hausarbeit in pädagogischer Psychologie habe ich mir Videos von drei bekannten Psychologen angesehen, es ist eine Reihe in der die drei ein und dieselbe Person beraten (Gloria) und sich innerhalb einer halben Stunde jeweils ihr persönlicher Beratungsansatz verdeutlicht. Auch wenn diese Sitzungen gefilmt wurden, bekommt man den Eindruck, dass es sich hierbei um relativ realistische Beratungssituationen handelt. Mir ist aufgefallen, dass alle drei Ansätze etwas bei Gloria bewirkt zu haben scheinen, wenn man auch nicht genau feststellen kann, ob es sich immer um eine Verbesserung handelt. Bei Fritz Perls, einem Vertreter der Gestaltpsychologie entstand bei mir das Bild, dass er in die Rolle einer Person schlüpft, welche bei Gloria negative Assoziationen auslösen. Sie versetzt sich in verschiedene Verteidigungspositionen, welche bei anderen eine Reaktion ausgelöst hätten, Perls läßt sie an sich vorbeigleiten. Es wirkt ein bisschen wie ein Abhärtungsprogramm gegen innere Angstbilder und ich vermute, bei längerer Reflexion könnte sich der Ratsuchende dieser Bilder und seiner Reaktionen darauf bewusster werden. 
Der Ansatz von Albert Ellis beschäftigte sich mit dem genauen Betrachten einer wiederkehrenden Situation, genannt Rational Therapy. Hier fand ich die Behauptung total spannend, dass jedem rational feststellendem Statement oft ein zweiter Satz folgt, der oft abergläubisch, dogmatisch oder absolutistisch ist. In seinem Gespräch ging es hauptsächlich darum, diese Sätze aufzudecken. Dadurch wurde das Ganze sehr schematisch, aber gut umsetzbar.
Am Besten, aber auch am Schwierigsten fand ich das Beratungsgespräch mit Carl Rogers, dem Vertreter der klientenzentrierten Methode, bei der der Berater zugleich authentisch und akzeptierend vorgeht. Es ging darum, das Gegenüber zu loben oder hoch anzusehen und dabei gleichzeitig ehrlich und offen zu sein. Dadurch soll es möglich werden, dem Ratsuchenden einen Prototyp für positive zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln. Am Ende war ich richtig gerührt, als Gloria meinte, sie hätte Rogers gerne zum Vater. Auch aus Rogers platzte heraus, dass er sie sich gut als Tochter vorstellen könnte. Was passiert, wenn man den Ratsuchenden einfach nicht sympathisch finden kann, so sehr man sich bemüht? Wenn man es nicht aushält und den anderen doch mit Ratschlägen überhäuft, anstatt den Interaktionspartner selbst suchen zu lassen? Alle diese Beratungsformen erfordern sicher viel Übung und ich habe Unmengen Respekt vor jedem, der sich darauf einlässt.
Nichtsdestotrotz ist dies nur ein Teil meiner Arbeit und der restliche Eisberg muss noch gegliedert und mit Zitaten bestückt werden.




Samstag, 5. Mai 2012

Konzentration



Es ist nicht einfach, sich zu konzentrieren. Es ist auch nicht einfach, sich zu
beschränken, damit die Konzentration funktioniert. Der Grund, warum mir das
immer so schwer fiel, war der, dass ich mich nicht auf das beschränkte, was mir
wirklich Spaß machte oder ein wirklich wichtiges Ziel von mir war. Dadurch
verlor ich den Spaß an der Sache und verzettelte mich. Ich lese gerade dieses
Buch: "Weniger bringt mehr" von Leo Babauta. Ich weiß, dass viele Leute solche
Bücher belächeln und sich fragen, wer sowas braucht. Aber es sind nun mal nicht
alle so, dass sie schon mit der Muttermilch ihr Leben perfekt organisieren können
ohne in Stress zu verfallen oder immer mehr auszubrennen. Die Tipps aus diesem
Buch klingen auf jeden Fall verlockend, wer möchte nicht alles schaffen und
trotzdem nicht so viel zu tun haben? Im Grunde wird auch die restliche Zeit
sinnvoll genutzt, Kräfte gebündelt und das Wesentliche herausgekehrt.
Und sollen jetzt die Ratschläge, die seit meiner Kindheit nichts gefruchtet haben,
plötzlich Wirkung erzeugen? Im Grunde haben mir auch viele Menschen schon
genau diese Ratschläge vorgelebt, nur habe ich immer wieder den Mut verloren,
wenn es mal nicht funktioniert hat. Ein paar Sachen habe ich ja schon geschafft.
Dennoch vermute ich, dass die fehlende Intensität des Wunsches, etwas zu
erreichen die Hauptursache dafür ist, dass sich letztlich alles im Sande verläuft.
Je mehr man aber darüber nachdenkt, wie man etwas erreichen kann, desto
wirklicher wird es und desto mehr merkt man, das jenes das Bessere wäre. Und
dann ist es eine Leichtigkeit sich zu beschränken und die Konzentration kommt
wie von selbst. Ich versuche ab jetzt, jeden Tag nur drei wichtige Dinge zu
schaffen und in diesem Blog darüber zu berichten. Im Moment muss ich bis
Montag eine Psychologiearbeit fertigstellen. Ich habe sie bereits in einzelne
Schritte aufgeteilt. Gleichzeitig muss ich das Cover für unsere neue Mars Hallo
CD basteln. Bin gespannt, wie weit ich bis morgen damit gekommen
bin. Es ist eigentlich schon viel zu viel, aber im Moment bin ich wirklich sehr
stark im Verzug.

Freitag, 4. Mai 2012

Artjogger


Ich habe heute mit meinem Lauftraining angefangen. Das klingt ganz anders, als zu sagen, man hätte heute gejoggt, oder? Es ist schön, gleich am morgen die Menge sozialer Anerkennung zu bekommen, die für den ganzen Tag, wenn nicht sogar für die ganze Woche reicht oder? Nein, eigentlich ist Joggen schrecklich. Anstrengend; und dann muss man auch noch duschen und alles klebt. Es ist aber an der Zeit, dass sich etwas ändert in meinem Leben. Und wenn alles stagniert und man letztlich kaum effektiv arbeitet, man wird es wirklich Zeit. Nur 2 % aller Kunststudenten schaffen es, nach dem Studium, wirklich von ihrer Kunst leben zu können. Vieles liegt an der eigenen Motivation und Disziplin. Und nachdem ich mit diesem Blog alles mögliche ausprobiert habe um mich schließlich bei facebook auszutoben, denke ich es wird Zeit, wieder zu den Wurzeln zurückzufinden. Es wäre schön, wenn ich mit diesem Blog andere motivieren könnte, mehr aus sich zu machen, sich zu konzentrieren, eines nach dem anderen, mehr zu schaffen. Mehr für sich zu erreichen und für die Kunst. Oder für sich selbst. Es ist unglaublich schwer, sich zu konzentrieren, zu beschränken, heutzutage oder schon immer. Aber es gibt keine Entschuldigung dafür, es nicht zu versuchen. Es gibt viele, die ich kenne, die das tausend Mal besser können als ich. Sie sind meine Inspiration.Und wenn man läuft, dann fällt vieles von einem ab, Stress, Sorgen, nervige Gedanken. Man kann sich besser konzentrieren, wird aktiver und besser gelaunt. Auch wenn Joggen furchtbar ist, gibt es also viel zu viele Gründe, es trotzdem zu tun. Ab in die Laufschuhe, du Künstler!