Montag, 11. August 2008

+++Blogreflektionen +++Teil 1: Warum mache ich den Blog

Liebe Kunden,

Neulich, als ich auf den Strassen Berlins das erste Mal auf Andreas Engler (siehe Link: Art/Forum/Berlin) traf, fragte er mich in einem kleinen Gespräch über dies und das, was ich denn eigentlich suche. Allgemein, in meinem Blog oder auch bei den Berliner Galerien. Ich faselte irgendwas von Vermarktung, Selbstdarstellung und der Analyse von Beziehungsgeflechten, kam dann aber zu dem in dem Moment ehrlichen Schluss, dass ich gar nicht wisse, was ich suche. Aber dass ich gar nichts suche, das kann eigentlich auch nicht sein.

Also habe ich ein bisschen überlegt und dann ein paar Texte verfasst, von denen der erste heute hier erscheint.

Was Andreas Engler angeht: Im Prinzip hatte er nach meiner Motivation gefragt…warum renne ich durch diese ach so albernen Galerien, schreibe diese ach so sinnlosen Texte, mache abertausende von Fotos, wenn ich gar nicht weiß, was ich suche und ich für mich keinen Wert in den Sachen an sich entdecken kann?

Ist da nicht vielleicht sogar irgendwo geheimer Trieb versteckt, der mich als Triebtäterin entlarven könnte? (Und glaubt mir, ich wurde mehr als einmal so behandelt). Hm. Sicher hat jeder seine dunklen Seiten, aber im Allgemeinen gehen sie niemanden etwas an. Und was meine dunklen Seiten angeht, wirklich, ich tue jeden Tag mein Bestes, um sie von allen fernzuhalten.

Warum mache ich nun den Blog?

Ganz generell interessiert mich Folgendes: Wie und warum wird eine Sache oder ein Mensch so und so präsentiert/dargestellt und nicht anders? Für manche ist dies eine Dimension der Oberflächlichkeit, aber recht betrachtet ist dies (Achtung! Behauptung:) genau der Kern Reflektion über Kunst in ihrer jeweiligen Anwendung. Und ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass das, was ich da tue und wie ich es tue, sogar selbst Kunst ist. Wahrscheinlich hat es niemand wahrgenommen. Was daran liegt, dass man es nicht mit etwas Vorhandenen vergleichen konnte.

Was mich an der Hamburger Mikroausgabe des Kunstmarktes fasziniert, ist die Veränderlichkeit, die Modeabhängigkeit von so genannter Kunst und dem Künstler in seiner Selbstinszenierung. Darin unterscheidet er sich nicht im Geringsten von einem Hollywoodstar und das trotz allen Abstreitens und vielleicht gerade wegen all der Versuche der Abgrenzung.

Ich sage es noch einmal ganz deutlich, damit mich auch jeder versteht: Die hamburger (oder berliner, ganz egal) Künstler und Kunststudenten leben in einer Art Herde, eingeteilt in so etwas wie kleinere Rudel. Sie sind Teil eines Klischeekomplexes, auch wenn sie denken, dass sie nur damit spielen. Im Prinzip, und das wird oft nicht erkannt, wird nämlich mit ihnen gespielt und keine ihrer Handlungen ist frei, sondern (und das werde ich in den folgenden Einträgen versuchen zu beweisen) theoretisch absolut vorhersagbar. Ich empfehle hier ein Buch von Bourdieu: "Die kleinen Unterschiede."

Ich finde, es wird Zeit, sich dessen bewusst zu werden. Denn wie man sieht, werden 90% des Potenzials, welches die Kunst in sich birgt, immer noch nicht genutzt! Es wird allerdings immer wieder reproduziert, was irgendwie schon vorhanden ist.

Natürlich weiß ich nie, was ich suche. Das Wissen darüber würde sie Suche sinnlos machen. Wenn man ehrlich und lange an einer Sache geforscht hat, weiss man, was ich damit meine. Im Grunde kann ich nur einigermaßen klare Aussagen darüber machen, was ich gefunden habe.
Bis morgen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wann brichst du aus der herde aus?

Tobias hat gesagt…

nunja.. vielleicht hats der Engler verstanden.
mir sind die 90% nicht so klar.

Und für Deinen Text im Übrigen gilt eher der Text des HGicht-Liedes des nächsten Posts

Anonym hat gesagt…

there's more in threresmoreville...

Anonym hat gesagt…

Klar ist das Kunst! Lass dir da mal nichts einreden. Du redest halt über Dinge, über die "man" eigentlich nicht redet, um mitspielen zu dürfen.

Hamburg ist bischen langweilig geworden, und viele der crazy Leute simulieren nur noch was, was sie selbst mal aufgeschnappt haben, um es dann möglichst teuer an den reichen Mann zu bringen. Am schlimmsten wird es, wenn sie Politik simulieren. Aber das liegt alles auch an den aufgeblasenen Grauen Eminenzen, die das Sagen haben, und vor denen alle Angst haben.